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AARAU
BASEL
INTERVIEW MIT BEATE WEBER | Gesprächsabende
Gesprächsabende für Mütter und Väter von Sternenkindern
Seit Mai 2018 organisiert die Elterngruppe Aarau
rund drei Gesprächsabende pro Jahr im Careum
Aarau. Diese Tre昀昀en sind der Erinnerung an die
Sternenkinder und dem gemeinsamen Austausch
gewidmet. Von Beginn an dürfen wir dabei auf die
wertvolle Begleitung von Beate Weber vertrauen.
Müssen alle Teilnehmer:innen von ihrer
Geschichte erzählen oder ist es auch möglich, still dabei zu sein?
Niemand wird gezwungen zu sprechen, wenn er oder
sie nicht sprechen will, oder kann, oder noch nicht
kann. Wichtig ist mir, dass die Teilnehmer:innen in
einer Gemeinschaft sind und so gesehen werden, akzeptiert sind und sich nicht erklären müssen. Ich bin
so, wie ich jetzt bin – mit der Aussicht auf Wandel.
Was kann ein Austausch mit Müttern und
Vätern, die dasselbe durchgemacht haben,
im Trauerprozess bewirken?
Beate Weber ist ausgebildete Trauerbegleiterin und
selbst Mutter eines Sternenkindes.
Liebe Beate, seit 7 Jahren begleitest du
die Gesprächsabende in Aarau. Was ist
für dich besonders wertvoll an diesen
Anlässen?
Besonders wertvoll fühlt es sich an, wenn es gelingt,
Trauernde miteinander zu vernetzen, so dass diese
ihren Weg durch die Trauer nicht allein gehen müssen.
So wie dies die Kinderkrebshilfe Schweiz seit Jahren
mit Aktivitäten für trauernde Eltern auch anbietet.
Wenn trauernde Menschen sich angenommen fühlen,
so wie ich jetzt bin, so ist es jetzt gut, wenn sie sich
gesehen fühlen in ihrem Schmerz, wenn sie sich in
einer sicheren Gemeinschaft fühlen, so kann dies bereits der erste Schritt zurück in ein neues Leben sein.
Keiner muss seinen Schmerz, seine Trauer und Sehnsucht und mitunter auch Verzwei昀氀ung allein tragen.
Aus diesem Grund sind solche geschützten Räume mit
Betro昀昀enen, wie sie die Kinderkrebshilfe Schweiz anbietet, so wichtig.
Was möchtest du uns zum Abschluss auf
den Weg geben im Umgang mit der Trauer
bzw. mit trauernden Eltern?
Der Ablauf der Gesprächsrunden folgt
keinem fixen Schema, du passt dich
immer den aktuellen Bedürfnissen der
anwesenden Mütter und Väter an. Gibt es
trotzdem Punkte, die dir wichtig sind, die
nie fehlen dürfen?
Sehr kurz zusammengefasst: Trauer lässt sich nicht
beschleunigen oder abschliessen. Die Trauer wird sich
verändern, der oder die Trauernde auch. Seid geduldig
und tolerant und macht als Aussenstehende immer
wieder einen Schritt auf sie zu. Nennt das Kind beim
Namen und habt keine Angst vor Tränen.
Ja, ich arbeite immer bedürfnisorientiert. An den Gesprächsabenden gibt es immer einen Anfang und ein
Ende mit einer kleinen Vorstellungsrunde und einem
Ritual. Nur wenn der Kreis sich rundet und geschlossen
ist, kann etwas Neues beginnen.
Liebe Beate, vielen Dank für dieses Gespräch und
die wertvolle Unterstützung. Wir freuen uns sehr,
dass du weiterhin für unsere Sternenkind-Eltern da
bist. | SUSANNE STUDIGER
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