KKH_Magazin-Mitenand_2025-3-LowRes - Flipbook - Page 18
Ein Spital voller Licht
Draussen war es still. Der Schnee legte sich wie eine weiche
Decke über die Welt, und die Lichter in den Fenstern
tanzten in der Dunkelheit. Lio sass am Fenster des Spitals
und malte kleine Sterne auf das Glas. Einer, zwei, drei –
jeder bekam einen Namen.
«Der da heisst Mut», sagte er und lächelte.
«Und der nächste heisst Hoffnung.»
Seine Mutter setzte sich neben ihn.
«Und wie heisst der grosse da oben?»
Lio dachte kurz nach.
«Das ist Licht. Weil er nie ausgeht, egal, wie dunkel es ist.»
Am nächsten Morgen brachte die Pflegefachfrau eine Schachtel
mit Bastelsachen. «Wir machen heute Weihnachtssterne
für alle Zimmer», sagte sie. Lio bastelte mit farbigen Fingern
und Glitzerstaub, bis überall kleine Sterne funkelten.
Am Abend, als alle schliefen, schlich er durch den Flur. Er klebte
einen Stern an jede Tür.
«Damit jeder weiss, dass es Licht gibt», flüsterte er.
Am nächsten Tag leuchtete der ganze Gang. Die Kinder lachten,
die Eltern hielten kurz inne, und selbst die Ärztin, die sonst
immer in Eile war, blieb stehen und lächelte.
Lio schaute hinaus. Draussen fiel wieder Schnee,
und in seinem Fenster spiegelten sich all die kleinen Sterne.
«Siehst du, Mama? Jetzt ist das ganze Spital voller Licht.»